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Freitag, 22.06.2018

Elke Horn
Transgenerationale Linien: wie Flucht- und Gewalterfahrungen der Kriegskinder bei ihren Nachkommen weiter wirken

Psychoanalytiker, Historiker und Geisteswissenschaftler gehen heute davon aus, dass von Menschen gemachte Katastrophen Generationen bildende Ereignisse darstellen können, deren Auswirkungen eine Generation nicht verarbeiten kann und die deshalb in den folgenden Generationen weiterwirken. Von Holocaust und Vernichtungskrieg sowie Flucht, Vertreibung und Bombardierungen wissen wir heute, dass sie generationenbildend geworden sind und können generationsspezifische Auswirkungen auf die Nachkommen beschreiben. Dabei bezieht sich kulturelle Tradierung nicht nur auf bewusste und aktiv vermittelbare Inhalte, sondern gerade auch unbewusste Einstellungen und Haltungen sowie unbewältigte Erlebnisse werden weitergegeben. Freud sprach von unbewussten Gefühlserbschaften, die dadurch entstünden, ass keine Generation im Stande sei, ihre Geheimnisse vor der nächsten zu verbergen. Anhand von Fallvignetten soll dieser These nachgegangen werden.

Dr. me. Elke Horn ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Sie ist Psychoanalytikerin (DPG, IPA, DGPT), Gruppenanalytikerin (D3G), Dozentin und Lehranalytikern am Institut für Psychoanalyse Düsseldorf, Leiterin der Düsseldorfer Arbeitsgruppe der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft (DAG-DPG). Sie ist zudem Mitglied der wisscenschaftlichen Arbeitsgruppe des Arbeitskreises für die intergenerationellen Folgen des Holocaust.

[Den Flyer für alle Veranstaltungen im Rahmen des Forum am Freitag 2018 finden Sie hier.]